Traditionsfirma

102 Jahre und immer noch putz-munter


Dental-Kosmetik Dresden sorgt für unsere Zähne

Au weia! 5 Prozent der Deutschen geben laut Nielsen-Marktforschung zu, niemals Zähne zu putzen. Der wahre Wert ist vermutlich noch höher. „Das ist keine attraktive Tätigkeit“, weiß Britt Schendekehl. „Man vergisst es gern, wenn es an Disziplin fehlt.“

Dass es nicht so weit kommt und schon unsere Jüngsten zeitig mit dem Putzen beginnen, daran hat Schendekehl auch ein geschäftliches Interesse. Sie ist Geschäftsführerin der Dental-Kosmetik Dresden – jener Firma, die im Jahr 1907 als Erste der Welt Zahnpasta in Tuben produzierte und die seit 52 Jahren die Kinder-Zahncreme „Putzi“ verkauft.

60 Prozent Export in alle Welt

Anders als die Cremes für Erwachsene, die etwa Minz-Geschmack vorziehen, ist „Putzi“ fruchtig. „Sie ist frei von Zucker, bunter, und die Rezeptur ist auf die kindlichen Schleimhäute abgestimmt“, erklärt Schendekehl. Zudem enthält sie viel weniger Fluorid, damit auch häufiges ungewolltes Verschlucken garantiert keine Probleme verursacht.

Das Produkt ist mit dafür verantwortlich, dass es die Firma noch heute gibt. Vor der Wende war sie als „VEB Elbe Chemie“ der einzige DDR-Zahncreme-Hersteller von Bedeutung. „Nachdem die Grenzen offen waren, wollten alle zunächst mal die West-Produkte probieren, die sie aus der Werbung kannten“, erinnert sich Marketing-Chefin Birgit He­roldt. Nur die Putzi-Kunden blieben treu.

Heute sind Wende-Schwierigkeiten längst behoben. Eigene Marken wie die Mundwässer „elkadent“ oder die Zahncremes „el-ce med“ stehen im Osten wie im Westen Deutschlands in den meisten Supermarkt-Regalen. Zudem stellen die Dresdner „Private-Label-Produkte“ her – also für diverse Ketten speziell entwickelte und produzierte Zahncremes und Mundwasser. Mit 115 Mitarbeitern, davon 61 Frauen, erwirtschaftet die Dental-Kosmetik seit Anfang der 90er ­Jahr für Jahr Gewinn – und steigenden Umsatz: 2008 lag dieser bei gut 40 Millionen Euro, das sind täglich 300.000 Zahncreme-Tuben und 30.000 Flaschen Mundwasser.

Gut 60 Prozent der Produktion gehen in den Export: bis nach Taiwan, Russland, Kanada und Nahost.

Bald ist „Tag der Zahngesundheit“

Wie wurde dieser kontinuierliche Erfolg erreicht? „Ganz konservativ“, sagt Geschäftsführerin Schendekehl: „Investiert wird nur das Geld, was erarbeitet wurde. Und es wird nur das gekauft, was wirklich notwendig ist.“ Zudem achtet man auf eine ausgewogene Altersstruktur der Belegschaft: Alte Hasen sind gut gemischt mit jungen Küken. Es gibt auch eine zwölfköpfige Abteilung „Forschung und Qualitätssicherung“, die im Unternehmen seit eh und je einen besonders hohen Stellenwert besitzt.

Zwar besteht Zahncreme im Prinzip stets aus den gleichen Grundbestandteilen: Putzkörper, Schaum-, Binde-, Feuchthaltemittel, Geschmacks-, Süß- und Farbstoffe, spezielle Wirkstoffe und Konservierungsmittel.

„Doch die Entwicklung bleibt nicht stehen. Neue Rohstoffe und Aromen kommen auf den Markt, neue Wirkstoffe in Mode“, erklärt Marketing-Chefin Heroldt. Da gelte es, innovative Trends frühzeitig zu erkennen – denn die Verbraucher stellten immer höhere Erwartungen.

Noch zwei Tipps: Die Internet-Seite www.putzi.de unterstützt mit vielen kindgerechten Elementen den Spaß am Zähneputzen. Und beim „Tag der Zahngesundheit“ am 25. September gibt es bundesweit Infos zum Thema.

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