Wann und wo sich eine Handyreparatur lohnt: AKTIVonline

Kaputtes Display, schlapper Akku & Co.

Wann und wo sich eine Handyreparatur lohnt

Foto: Fotolia

Moderne Handys sind teuer. Umso ärgerlicher, wenn das Gerät defekt ist. Mal ist es der Akku, der nach Ablauf der Gewährleistung nicht mehr richtig lädt. Mal ist das Display nach einem Sturz auf den Boden zersplittert. Und es gibt auch Geschichten, in denen das Gerät im Wasser oder in einem Bierglas versehentlich gebadet wurde.

Ob man dann ein neues Handy kauft oder es reparieren lässt, hängt von mehreren Faktoren ab: „Ist das Gerät schon zwei Jahre alt und lag preislich eher im unteren oder mittleren Segment, lohnt sich eine Reparatur nur selten“, sagt Falko Hansen von teltarif.de. Die Plattform ist spezialisiert auf Informationen rund um die Telefonie. „Auch ein günstiges Einsteigermodell lässt man in der Regel eher nicht reparieren“, sagt er.

Grundsätzlich komme es aber auf die veranschlagte Höhe der Reparaturkosten an. Kostet ein neues Gerät 250 Euro, die Reparatur liegt aber bei über 100 Euro, sollte man über den Kauf eines neuen Geräts nachdenken. Möglicherweise hat das dann immerhin mehr Funktionen, eine bessere Kamera oder mehr Akkulaufzeit als das Vorgängermodell. Es sind auch Fälle bekannt, in denen eine Reparatur teurer sein sollte als ein neues Smartphone.

Bei den teuren Geräten dagegen lohnt es sich zumindest meistens, das Display austauschen zu lassen. Zusätzlich gibt es eine Ausnahme von diesen Faustregeln: „Das iPhone ist sehr wertstabil. Da lohnt sich eine Reparatur auch noch bei älteren Geräten.“

Wo reparieren lassen?

Wer sich für die Reparatur entscheidet, hat die Qual der Wahl: das Gerät zum Hersteller schicken, zu einem Handy-Doktor vor Ort geben oder online nach einem Reparaturservice Ausschau halten? Kommt drauf an: Ist beispielsweise die Kopfhörerbuchse unverschuldet kaputt und das Gerät noch in der Gewährleistungszeit, ist der Händler der richtige Ansprechpartner. Denn er muss es dann kostenlos reparieren.

Anders, wenn das Display durch einen Sturz zu Bruch ging: Dann muss der Besitzer selbst dafür einstehen und kann sich den Dienstleister nehmen, der ihm zusagt. Aber auch dann hängt die Wahl des richtigen Anbieters von mehreren Faktoren ab: Wer beispielsweise einen Helfer aus dem Internet bemüht, muss im Netz in der Regel bereits angeben, was kaputt ist. Das ist als Laie unter Umständen gar nicht so einfach. Außerdem muss man wissen, dass selten Originalteile eingebaut werden, wenn man sein Gerät zu einem anderen Anbieter als dem Hersteller gibt. Denn die Hersteller geben ihre Originalteile in der Regel nicht heraus. Das kann sich zumindest bei einem späteren Weiterverkauf wertmindernd auswirken.

„Bevor man sich für eine Werkstatt entscheidet, sollte man außerdem klären, ob der Reparateur eine Gewährleistung auf seine Arbeit gibt“, sagt Hansen. Sonst zahlt man im Zweifelsfall viel Geld für eine Reparatur, die nicht zum gewünschten Erfolg führt. „Sinnvoll ist auch, sich nach den Erfolgsaussichten der Reparatur zu erkundigen“, so Hansen. Manche Reparaturen sind komplex und aufwendig und führen trotzdem nicht ans Ziel. Dann wäre ein Neukauf sinnvoller.

Im Internet findet man auch Reparaturanleitungen fürs Do-it-yourself. Allerdings sollte man davon zumindest dann Abstand nehmen, wenn es noch Gewährleistung für das Gerät gibt.

Was man vor der Reparatur beachten sollte

Ganz wichtig: Daten speichern! Apps, Bilder und Zugangsdaten können bei einer Reparatur nämlich gelöscht werden. Darum ist es sinnvoll, ein Back-up des Geräts zu erstellen, bevor man es in fremde Hände gibt.

Sinnvoll ist außerdem, zunächst beim Hersteller anzurufen und zu fragen, was eine Reparatur kostet. Ein solcher Kostenvoranschlag ist immer wichtig, denn nur so lässt sich herausfinden, ob sich die Reparatur überhaupt lohnt. Möglicherweise ist sie nicht teurer als beim Handy-Doktor um die Ecke, dafür bekommt man aber Originalteile. Wer beim Hersteller anruft, muss die 15-stellige IMEI, die Identifikationsnummer, parat haben. Sie bekommt man in der Regel, wenn man #06# am Gerät eingibt.

Bevor man sein Handy außer Haus gibt, sollte man außerdem fragen, wie viele Tage die Reparatur dauern wird. Dauert sie länger als ein, zwei Tage, ist es sinnvoll, die Freunde und die Familie darüber zu informieren, dass man einige Tage nicht erreichbar ist.

Und wer das Handy einschicken muss, sollte auf jeden Fall den versicherten Versand wählen. Sonst besteht die Gefahr, dass das Gerät verschwindet. Einige Hersteller lassen das Gerät auch zu Hause abholen und bringen es nach der Reparatur wieder zurück.

Übrigens hat Stiftung Warentest verschiedene Hersteller und Dienstleister für Handyreparaturen getestet. Das Ergebnis dazu steht im Internet: test.de

Versicherungen lohnen sich nicht

Speziell für Handys gibt es auch Versicherungen. Aber Achtung! Im Vergleich zur Leistung sind sie oft teuer. Besonders dann, wenn sie beispielsweise Displaybruch ausschließen. Besser und günstiger ist, sorgsam mit dem teuren Gerät umzugehen und es eventuell in eine Schutzhülle zu stecken.


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