Taxi-Markt: So erleichtern Sharing-Apps das Mitfahren – und Geld sparen: AKTIVonline

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Taxi-Markt: So erleichtern Sharing-Apps das Mitfahren – und Geld sparen

Es gibt einen neuen Wettbewerb im Taxi-Geschäft: Junge Unternehmen wie Clevershuttle, Allygator und Moia mischen die Branche auf. Was die Start-ups Taxikunden zu bieten haben, lesen Sie hier.

Sammeltaxi in Berlin: Steigen weitere Fahrgäste zu, ist die Tour preiswerter. Foto: Werk

Sammeltaxi in Berlin: Steigen weitere Fahrgäste zu, ist die Tour preiswerter. Foto: Werk

Ordern per Knopfdruck: Apps übermitteln dem Taxi gleich den Standort. Foto: dpa

Ordern per Knopfdruck: Apps übermitteln dem Taxi gleich den Standort. Foto: dpa

Berlin. Taxi-Branche gegen Uber – der Streit mit dem Fahrtenvermittler hat für viel Wirbel gesorgt. Inzwischen ist die Vermittlung von Fahrgästen an Privatleute hierzulande verboten. Und doch gibt es neuen Wettbewerb im Taxi-Geschäft: durch Firmen wie das Start-up Clevershuttle in Berlin, das per Sharing-App Fahrten bündelt und so preiswerter anbietet. Seine Sammeltaxis fahren mit städtischer Konzession in der Hauptstadt, in Leipzig und München, am Steuer sitzen Profis mit Personenbeförderungsschein.

„Die Digitalisierung mischt jetzt den Taxi-Markt auf“, sagt Lucie Volquartz, Mobilitätsexpertin beim Digitalverband Bitkom. Konkurrenz wie Clevershuttle, Allygator oder bald die Volkswagen-Tochter Moia belebt das Geschäft – durch das Modell des Mitfahrens.

Branche beschäftigt hierzulande etwa 180.000 Fahrer

Bei Clevershuttle ordert der Fahrgast die Tour per App, unterwegs steigen ein oder zwei Passagiere zu, ein Rechner steuert den Wagen je nach Verkehr auf der optimalen Route durch die Stadt. Weil sich mehrere die Tour teilen, kommt man um bis zu 40 Prozent billiger ans Ziel als mit normalem Taxi.

Das bringt nun auch die traditionellen Taxi-Betriebe in Fahrt, die den Markt mit ihren 95.000 Autos und 180.000 Fahrern bisher dominieren. Noch im ersten Halbjahr will die Branche ein Pilotprojekt mit einer Sharing-App bei Hansa-Taxi in Hamburg starten.

Frederik Wilhelmsmeyer, stellvertretender Geschäftsführer beim Deutschen Taxi- und Mietwagenverband, sagt: „Wir wollen damit junge Fahrgäste locken und den Service verbessern.“ In Hamburg rechnet man sich „sehr hohe Marktchancen“ aus.

Die Chefs von Clevershuttle sind überzeugt, dass ihr Konzept in Städten aufgeht. Ihr Unternehmen bietet zwar auch Fahrten für Einzelne an; am Wochenende aber sind schon bei fast der Hälfte der Touren „zwei oder drei Parteien“ an Bord. Die Wagen fahren erst ab 15 oder 18 Uhr bis in die Nacht, das soll jedoch ausgeweitet werden.

Überhaupt verändert die Digitalisierung das Geschäft. Jeder fünfte Fahrgast ordert sein Taxi heute schon per App – etwa bei taxi-deutschland.net, taxi.de, taxi.eu oder mytaxi.com. Das funktioniert auch fernab von Hotel oder Gaststätte. Die App übermittelt den Standort an die Zentrale und informiert den Kunden: Wann der Wagen da ist, wie lang die Fahrt etwa dauert und was sie ungefähr kosten wird.


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